Kombinieren ohne Angst
Die passende Verbindung von Wein und Speise wirkt oft geheimnisvoller, als sie ist. Man braucht weder eine Ausbildung zum Sommelier noch eine lange Liste starrer Vorschriften. Ein paar verständliche Grundregeln genügen, um die meisten Gerichte sicher zu begleiten. Sie sind keine Gesetze, sondern verlässliche Anhaltspunkte, die im Zweifel den Weg weisen.
1. Regionales zu Regionalem
Was auf demselben Boden wächst, harmoniert häufig auch auf dem Teller. Weine und Gerichte einer Region sind über Generationen miteinander gereift. Ein kräftiger österreichischer Weißwein zu einer deftigen Speise der Alpenküche oder ein Champagner zu feinen französischen Vorspeisen sind bewährte Paarungen, weil sie derselben kulinarischen Sprache entstammen.
2. Gewicht zu Gewicht
Ein leichtes Gericht verlangt einen leichten Wein, ein schweres einen kräftigen. Ein zarter Fisch würde unter einem wuchtigen Roten verschwinden, während ein leichter Weißwein neben einem geschmorten Braten kaum wahrzunehmen wäre. Stimmen Sie die Fülle des Weins auf die Fülle der Speise ab, dann steht keiner im Schatten des anderen.
3. Säure als Brücke
Säure im Wein wirkt erfrischend und macht den Gaumen wieder aufnahmebereit. Zu fetten, cremigen oder gebratenen Speisen ist ein Wein mit lebendiger Säure ein Gewinn, weil er die Schwere auflockert. Ein Spritzer Zitrone auf dem Fisch findet seine Entsprechung in einem frischen, säurebetonten Weißwein.
4. Tannin trifft Fett und Protein
Tannin ist jener herbe, leicht zusammenziehende Eindruck, den man vor allem in kräftigen Rotweinen spürt. Er entfaltet sich am schönsten im Zusammenspiel mit Fett und Eiweiß. Zu einem gut marmorierten Stück Fleisch wirkt ein tanninreicher Roter weicher und runder, weil sich Tannin und Protein gegenseitig ausgleichen.
5. Schaumwein ist der Allrounder
Wer unsicher ist, greift zu Schaumwein. Champagner und guter Sekt vereinen Frische, feine Perlage und Säure und passen dadurch zu einer erstaunlichen Bandbreite von Speisen, vom Aperitif über Fisch bis hin zu frittierten Gerichten. Die Kohlensäure erfrischt den Gaumen und macht Schaumwein zum verlässlichsten Begleiter eines ganzen Menüs.
Vertrauen Sie Ihrem Geschmack
Diese fünf Regeln sind ein guter Ausgangspunkt, doch die wichtigste bleibt Ihr eigener Genuss. Probieren Sie mutig aus und entdecken Sie, welche Verbindungen Ihnen munden.
Passende Begleiter für Ihren Tisch finden Sie in unserer gesamten Auswahl.
